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Die Bedeutung von Bhangra für die indisch-elektronische Musik…

Delivered... IE-mAdmin | IEm News | Wed 3 Feb 2010 8:01 pm
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Author: ElJay Arem

ElJay Arem during the show on 2nd February 2010

ElJay Arem während the Show am 2. Februar 2010

(IE-m/HH -03022010) – Nach unserer Premiere von Indian E-music im Januar (05.01.) mit einem Streifzug durch die ersten 10 Jahre der indisch elektronischen Musik von 1996 bis 2005 möchte ich heute einen Ausflug in den Punjab unternehmen. Diese Region liegt im Grenzgebiet zwischen dem nordwestlichen Indien und Pakistan.
In den 70er Jahren wurde die Folk- und Tanzmusik des Punjabs in den Westen, zunächst nach London, exportiert. Von dort stammen Musiker, die ein neues Musikgenre begründet haben: Bhangra.

Bhangra hatte in den 80er und 90er Jahren massgeblichen Einfluss auf die Entwicklung und das Klangbild der indisch-elektronischen Musik.

UK Bhangra… Post-Bhangra-Ära…
Channi Singh wird in seiner Fangemeinde und unter Musikerkollegen als der “Gott-Vater des Bhangra” genannt; Channi war Frontman der Gruppe Alaap. Die Alaap-Group veröffentlichte ihr Debutalbum “Teri Chunni De Sitaray” im Jahre 1982. Besonders unter den britischen Studenten mit Herkunft aus Asien fand diese Musik grossen Anklang.

Der UK Bhangra setzte sich mit der Gruppe Heera fort, die in England als die populärste Band der 80er Jahre meist auf indischen Hochzeiten spielte. Der Stil dieser Gruppe mit einem Mix westlicher Trommeln, rockbeeinflusster Rhythmen, Synthesizer und traditionellen Instrumenten aus der Punjab-Region hat zu einer neuen Identifikation und Community innerhalb der südasiatischen Diasporas, besonders in England maßgeblich beigetragen. Gruppen aus dieser Zeit, wie Apna Sangeet, die sich 2009 wieder zusammengefunden hat, erfahren besonders als Live-Acts ein Revival.

Eine bedeutende Figur der Bhangra-Szene ist der Folkhop-Künstler Bally Sagoo, in Delhi / Indien geboren und aufgewachsen in englischen Birmingham, in einem Viertel, das von einer schwarzen Rap-, Motown-Kultur und Soul-Musik geprägt war.

Mitte der 90er Jahre, die man als Post-Bhangra-Ära bezeichnen kann, in der sowohl in England und den USA diese Stilrichtung an Popularität verlor, hatten Bally Saggo und Formationen wie Apache Indian eine neue Welle in der Club-Kultur ausgelöst. Traditionelle Folk-Beats und südasiatische/indische Instrumente werden mit zeitgenössischen Musikgenres kombiniert.

Bally Sagoo schafft eine Art Bollywood-Remix mit Funky-Jazzigem Touch, während Apache Indian aus einem traditionellen Bhangra-Background Raggamuffin-Musik kombinieren, eine Subkultur des Reggae, die mit eletronischer Musik gesampelt wird.

Das Bhangra-Instrument: DHOL – Keyfigure Johnny Kalsi…
So wie die postbhangra-Ära Mitte der 90er Jahre mit Hinzunahme zeitgenössischer Musik einsetzte, entstand gleichzeitig der künstlerische Spielraum für die indisch-elektronische Musik.

In unserer ersten Sendung (05.01.2010) stellte ich den Musiker Talvin Singh vor und sein im Jahre 1997 veröffentlichtes Compilationalbum “Anokha – Soundz of the Asian Underground”. Die Jahre 1996/1997 können wir datieren als den Beginn der s.g. Asian-Underground-Bewegung, die aus einem Kulturmix als die eigentliche Quelle der indisch-elektronischen Musik gilt.

In dieser Zeit tummelte sich in London der Drummer Johnny Kalsi. Kalsi war schon Ende der 80er Jahre in Sachen Bhangra unterwegs, als Bandmitglied der Alaap Group mit ihrem Frontman Channi Singh. Johnny Kalsi gründete 1989 in London das Dhol-Drum-Institut.

Die Dhol ist eine Basstrommel. Sie ist beidseitig bespannt und wird mit zwei Stöcken angeschlagen. Der durchdringende Beat der Dhols gibt dem Bhangra seit Mitte der 90er Jahre einen unverkennbaren Charakter, neben verschiedenen indischen Saiteninstrumenten, wie der Sarangi oder der Tumbi, einem 1-saitigen, schwierig zu spielenden Instrument aus der Volksmusik des Punjab.

Johnny Kalsi veröffentlichte mit den Studenten seines Musikinstitutes in 2001 die CD “Big Drum Small World” bei Shakti Records. Diese Musik fand später Einzug in Hollywood-Filmen wie “Incredible Hulk”. Johnny Kalsi arbeitete bereits Ende der 80er Jahre für die Filmindustrie, zusammen mit Peter Gabriel komponierte er zu Martin Scorsese’s “Last Temptation of Christ”. Ihre Musik wurde auch zur Eröffnungszeremonie der Commonwealth-Spiele in Melbourne, im Jahre 2006 gespielt.

Den Sprung in Richtung indisch-Elektronische Musik schaffte Johnny Kalsi als Mitglied und Dholspieler von Transglobal Underground. Transglobal Underground – oder einfach nur TGU fusioniert westliche, orientalische und afrikanische Elemente, als Genre bisweilen als Ethno-Techno klassifiziert. TGU ist ein wichtiger Eckpfeiler der indisch-elektronischen Musik mit der Sitarspielerin Sheema Mukherjee und dem Shenaispieler Larry Whelan. Als Musikerkollektiv wurde TGU bereits im Jahre 1990 von Alex Kasiek, Hamid Mantu und Count Dubulah gegründet, in dieser Szene häufig verwendete Pseudonyme für Tim Whelan – Percussion, Hamilton Lee – Gitarre und den Bassisten Nick Page. Whelan und Lee kommen ursprünglich aus dem Brit-Pop.

Musikalischer Nachwuchs…
Die bisherig genannten Musiker präsentierten die 1ste Riege aus dem Bhangra, prägende Figuren, meist mit indischer Herkunft wie Channi Singh oder Johnny Kalsi, die zur älteren Generation gezählt werden dürfen. Wie steht es nun um den musikalischen Nachwuchs ?

Der indische Bhangra-Sänger Malkit Singh, 1962 in Hussainpur, im Punjab geboren, war und ist weltweit ein indischer Exportschlager in Sachen Bhangra. Singh ist auch ein Beförderer des Nachwuches, wie das Rishi Rich Project und der britisch-indische Musiker Panjabi MC.

Zunächst zu Rishi Rich… dieser Musiker und Produzent mit bürgerlichem Namen “Rishpal Singh Rekhi” wurde in Croydon, England geboren und ist heute in London ansässig. Er gilt neben seinen Aktivitäten im Asian Underground auch als Pionier des s.g. Indian-R&B-Fusion.
Seit 1992 aktiv, entdeckte dieser “headhunter der Musik” eine Vielzahl von Britisch-Asiatischen Talenten. Dafür wurde Annfang 2003 das Rishi Rich Project aus der Taufe gehoben. Es etablierte sich schnell in der der Asian Underground-Szene. 2007 gründete man die Rishi Rich Productions Ltd., um Nachwuchskünstler unter Vertrag zu nehmen.

Zu den herausragenden Talenten mit Bhangra-Einschlag, die unter Rishi Rich künstlerisch tätig wurden, gehören der R&B-Rapper Jay Sean und Juggy D. Jugwinder Sing Dhaliwal, seit seinem 14. Lebensjahr auf der Bühne hat mit Rishi Rich für Bollywoodfilme wie Hum Tum den musikalischen Anteil geliefert. Das Debutalbum Juggy D wurde 2004 veröffentlicht.

Jay Sean stammt aus einer Sikh-Familie, die aus dem Punjab emigrierte. Sean wurde 1981 in West London geboren. Er etablierte sich als Rapper, Sänger, Songwriter und Beatboxer. Sein Debut im Asian Underground gab Jay Sean als Mitglied des Rishi Rich Projects 2003 mit der Single “Dance with You”. Für den s.g. Bhangra-R&B-Fusion-Stil wurde er besonders innerhalb der Süd-Asien-Diaspora sehr beliebt.

Der Bhangra-Star Malkit Singh hat neben dem Rishi Rich Project auch Panjabi MC promoted. Mit bürgerlichem Namen Rajinde Singh wurde dieser Künstler besonders für seine Remixe bekannt. Panjabi MC legt dabei das klangliche Gewicht auf die Verschmelzung von Bhangra und Hip-Hop. Weltweit verschaffte er sich zusammen mit dem amerikanischen Rapper Jay-Z Gehör. In Deutschland griff das Label “Superstar Recordings” Panjabi MC’s Remix zur TV-Serie “Knight Rider” auf, der zu einem Hit wurde.

Tradition & Moderne…
Den Kreis zwischen Moderne und Tradition schliesst der Bhangra-Sänger “Jazzy B”. Wie kaum einem Anderen gelingt diesem 1975 in Indien geborene, und in Vancover, Kanada aufgewachsene Künstler der Spagat zwischen Progressivität und Rückbesinnung auf die Traditionen im Bhangra.

Auf seiner Website bezeichnet sich “Jazzy B” selbst verwegen als der “Kronprinz des Bhangra”. Ob dies nur Marketing-Strategie ist, sei dahingestellt.

Gewiss ist aber, dass Jazzy B seit 1993 mehr als 17 Studioalben aufgenommen hat, zwei davon mit religiösen Themen. Als sein grosses Vorbild bezeichnet er selbst Kuldeep Manak. Dieser 61-jährige Sänger, der in der traditionellen Form des Punjabi-Gesangs, im Kaliyan ausgebildet wurde, ist bis heute sehr aktiv. Kuldeep Manak veröffentlichte seine erste LP “Ek Tara” bereits im Jahre 1976. Es ist nicht verwunderlich, dass es kaum einen Nachwuchsmusiker im Bhangra gibt, der für Kuldeep Manak keine grosse Bewunderung hegt. Seinen jüngeren Kollegen steht er in nichts nach.

Sendehinweis: Die nächste Sendung Indian E-music… gibt’s am 1. Dienstag, den 2. März – um 21:00 Uhr auf Tide 96.0.

Wer sich für die indisch klassische Musik interessiert, jeden 3. Dienstag im Monat, gleiche Zeit. Also nächster Sendetermin für IMC – India meets Classic am 16. Februar 2010.

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