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Die indisch-elektronische Musik auf dem europäischen Festland… (Teil 1)

Delivered... IE-mAdmin | IEm News | Wed 7 Apr 2010 8:01 am
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Author: ElJay Arem

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ElJay Arem während der IE-m Show am 6. April 2010

(IE-m/HH -06042010) – Vor Kurzem wurde in Europa auf die Sommerzeit umgestellt… und wir haben gerade das Osterfest hinter uns, mit in Hamburg beeindruckenden Osterfeuern entlang der Elbe, die angesichts der kühlen Feiertage nicht ganz ungelegen kamen. Ich möchte diesen “heidnischen Brauch”, der von den Kirchen in die Osterliturgie einbezogen, zum Anlass nehmen, dass wir uns iauf dem europäischen Festland einmal nach musikalischen Aktivitäten umschauen, die wir dem Genre der “indisch-elektronischen Musik” zuordnen können.

Die Europäische Gemeinschaft besteht zur Zeit aus 27 Ländern mit ca. 500 Millionen Menschen und drei weiteren Ländern, die sich bereits um eine Vollmitgliedschaft beworben haben: Kroatien, Türkei und Mazedonien als ehemalige jugoslawische Republik.
Unserer eigenen Sprachregion (Schweiz – Österreich und Deutschland) werden wir eine eigene IE-m Sendung widmen, besonders vor dem Hintergrund der Geschichte zur elektronischen Musik, die man mit weltweiter Wirkung aus Deutschland heraus maßgeblich mitgestaltet hat. Es seien hier zur Erinnerung nur die Namen in Erinnerung gerufen wie Kraftwerk, Klaus Schulze alias Richard Wahnfried oder Oskar Sala, Harald Genzmer und der im Dezember 2007 verstorbene Karlheinz Stockhausen.

Beginnen wir unsere Reise bei unserem westlich gelegenen Nachbarn, in den Niederlanden.

Der direkte Nachbar…

In den zurückliegenden Sendungen seit unserer Premiere im Januar diesen Jahres haben wir die klangakkustische Verknüpfung zwischen der indisch-klassischen Musik und indisch elektronischen Musik bereits ein wenig kennengelernt.

Das Rotterdam Conservatory, heute heisst es CODARTS (Rotterdam World Music Academy) ist eines der führenden Ausbildungseinrichtungen ausserhalb Indiens in Sachen indischer Klassik, unter Leitung des legendären Flötisten Hariprasad Chourasia, ein Vertreter der nordinsichen Klassik, der Hindustani-Musik.

Am Codarts haben sich drei Musiker kennengelernt, die als Trio Aesh im Jahre 2007 ihr gleichnamiges Debutalbum veröffentlichten. Aesh, das sind Celine Wadier, ausgebildet in der ältesten indischen Gesangsform, dem Dhrupad, der in Amsterdam beheimatete Tablaspieler Heiko Dijker, auch als Programmierer am Laptop und an den Keyboards zu finden und Martijn Baaijens, ebenfalls Keyboard und auf der Sarode, einer indischen Laute.

Aesh hat sich beim Indian Electronica Festival in London im Jahre 2006 erstmalig einem breiteren Publik vorgestellt und grossen Zuspruch gefunden. Mit der CD Ash verstanden Sie es, so lautet es auf ihrer MySpace-Site, indische Chansons, französiche Ragas und funkige Weltmusik zu verknüpfen.

Celine, Heiko und Martijn sind alle in der indisch-klassischen Musik von führenden indischen Maestros ausgebildet… wie Ustad Zia Fariddudin Dagar im Drupad, Buddhadev DasGupta auf der Sarode und Ustad Faiyaz Khan auf der Tabla.

Hauptstadt der Liebe… Ile-de-France…

Wir verlassen nun das Land der Tulpen und bewegen uns weiter südwärts zu einem weiteren Grenznachbarn. Digital Bled ist in Ile-de-France beheimatet, wie die Parismetropole offiziell seit 1976 als 26ster Distrikt mit knapp 12 Millionen Einwohnern (11.7 Mio.) bezeichnet wird. Hätte Digital Bled die Möglichkeit für einen Pariser Werbeslogan, vielleicht wäre die Stadt der Liebe an der Seine mit “Frieden, Einheit und eine Menge Spaß” dekoriert. So jedenfalls bezeichnet Digital Bled seine Musik selbst. In der Übersetzung mit afrikanischem Bezug bedeutet der Name “Digitales Hinterland“, oder “digitales Nest“.

Hinter Digital Bled steht der Portugiese Joao Pedro Veloso, oder einfach nur DJ Pedro. Pedro hat sich in den Vorstädten von Paris in den 70er Jahren niedergelassen. Bereits im Alter von 11 Jahren sog Pedro die Musik des Nachbarns auf, ein Trompetenspieler, der ihm eines Tages ein Bandoneon mitbrachte. Mit 18 spielte er die Drums, den Bass und die Gitarre.

Das musikalische Ergebnis von Digital Bled ist eine Mischung aus Orient und Okkzident, Afrika und Europa. Auf der CD Caravane (2000) mischt  DJ Pedro sogar Straßengeräusche mit südländischer Musik. Die Einflüsse des modernen Nordamerikas kommen mit schweren Bassbeats,  Rapelementen, psychodelischen Funk- und Hip-Hop-Passagen nicht zu kurz. Nicht untypisch für Musik aus Frankreich vor dem Hintergrund seiner Kolonialgeschichte, sind die afrikanischen Elemente dominierend.

Die Zusammenarbeit von Pedro Veloso mit Dany’O, einem westindischen Bassisten oder der indischen Sängerin Najma spiegeln das musikalische Selbstverständnis von Pedro wieder. In seinen Klangmixturen geht es um das Ausgraben von Sounds und nicht um einen kulturellen Raubzug.

Der Süden Frankreichs…

Nach DJ Pedro’s Klangwelt, die er in Paris unter dem Synonym “Digital Bled” kreiiert, verbleiben wir noch ein wenig in Frankreich… Im Südwesten, an den Ufern der Garonne liegt Toulouse, genau zwischen Atlantik und Mittelmeer. Die Region ist mit 1,1 Millionen Einwohnern die sechst-grösste in Frankreich (nach Paris, Lyons, Marseilles, Lille und Nice).

Toulouse hat sich mit dem Hauptsitz der europäischen Raumfahrtindustrie einen internationalen Namen gemacht. Hier finden wir auch eine Musik-Combo, die ihren Stil als “Fusion-Rock-Reggae” bezeichnet.

Aus einer 11-köpfigen Formation unter dem verheissungsvollen Namen BlackBombayBrain existiert diese Formation heute einfach als Black Bombay, mit neun Musizierenden. Allen voran der Lead-Sänger Shadu, an seiner Seite eine Rhythmus-Section mit Bass, Percussion und Drums; den melodischen Part übernehmen Background-Gesang, Trompete, Klavier und Gitarre.

Die Musik von Black Bombay der indisch-elektronischen Musik zuzuordnen, mag man als grenzwertig ansehen, zugegeben. Der durchgängige Tabla-Beat in den Musikstücken “Karnatak Journey” und indischer Gesang oder Sitarsounds, die in “Night at the Temple”,  zu hören sind, machen den Klang doch sehr, sehr indisch. Beide Stücke finden sich auf der CD Black Bombay aus dem Jahre 2002.

So schön ist’s nur am Meer…

Mit Black Bombay und Digital Bled, nach Stationen in Toulouse und Paris ist’s in Sachen indisch-elektronischer Musik noch nicht genug des französischen Flairs.

Das Triplett wird vervollständigt durch Nataraj XT aus der südfranzösischen Hafenstadt Marseille. Die Musiker Richard Bernet und Pierre Moitram trafen in den 90er Jahren auf den Tablaspieler Kapi (DJ K314&Philipp De Mont Redon). So wurde im Juli 1999 die Gruppe Nataraj XT gegrüdet.

Nataraj leitet sich aus dem indischen Wort Nataraja ab: Der König des Tanzes, eine Darstellung des Hindugottes Shiva, als der Kosmische Tänzer, der mit seinem göttlichen Tanz die Unwachsamkeit des Universums bekämpft um Platz zu schaffen für den Gott Brahma und um den Prozess des Schöpfungsaktes einzuleiten.

Als Generation der Babyboomer haben Bernet (Sarode und Esraj) und Moitram  (Sitar) in den 60er Jahren die indische Klassik für sich entdeckt. Beide studierten für mehr als 20 Jahre diese Stilrichtung. Bernet war Schüler der Sarodelegende Ali Akbar Khan (1922-2009) am Ali Akbar College in Kalifornien, während Moitram in Paris studierte, bei Professor PRAMOD KUMAR , ein Schüler der Sitarlegende Ravi Shankar, der in diesen Tagen seinen 90sten Geburtstag (7. April 1920) feiert. Aufgewachsen mit Rock’n Roll bis Techno und computergeneriertem Sampling, ist der moderne Sound von Nataraj XT besonders dem Tablaspieler und Pianisten Kapi zu verdanken. Er spielt auch Gitarre, Bass, Schlagzeug und Perkussion. Tandava, das erste Album von Nataraj XT, wurde bereits im Jahre 1999 übers Internet and die weltweite Fangemeinde vertrieben, bevor der Boom von eMusic einsetzte, der Musik-Download als das Schreckensgespenst der Musikindustrie.

Macht man sich bewusst, dass die nordindischen Ragas zu 90% Improvisationsmusik sind, ist es nicht verwunderlich, dass sich zwei Improvisationskünstler wie Bernet und Moitram auch für Nataraj XT der modalen Struktur bedienen, wie wir es aus dem Jazz kennen, angereichert mit elektronische Klängen. Im Improvisationsspiel fliessen auch Stilelemente aus der orientalischen Musik ein wie man sie auf den CD-Produktionen Ocean Birds (2003) und Opposition (2005) vorfindet.

Portugal – Sao Paulo (Brasilien)

Mit Nataraj XT aus Marseille verlassen wir nun Frankreich. Gerne würden wir die Reise durch die europäische Landschaft fortsetzen, aber erstaunlich: weit und breit findet sich nichts an indisch elektronischer Musik. Ausgenommen, wie  in der Einführung angekündigt, dass  wir die deutschsprachigen Länder (Deutschland – Österreich – Schweiz) mit einer eigenen IE-m Sendung beleuchten werden. Die Hoffnung also nicht ganz aufgeben…

Die bereits vorgestellten Protagonisten aus den Niederlanden und Frankreich (Ash (Trio), Digital Bled (DJ Pedro), Black Bombay, Nataraj XT) dürfen uns gewiss auch in der Zukunft mit herausragenden Kompositionen und Arrangements überraschen. Musik ist bekanntlich grenzübergreifend und eine universelle Sprache.

Einen Sprachverwandten von dem Portugiesen Pedro Veloso (Digital Bled) aus Paris möchte ich aber dennoch vorstellen. Unter Atman bekannt, hat sich ein Künstler aus Brasilen in der Szene der indisch elektronischen Musik etablieren können. Atman ist in Sao Paulo beheimatet.

Atman, das heisst Atem und definiert in der indischen Philosophie, der Vedanta die Seele, die in einem globalen Zusammenhang steht, und gleichermassen als individuelle Seele, als das wahre Selbst existiert.

Atman zeigte erstes Interesse für die indische Musik im Jahre 1996. Das erklärt sich aus seinen Yogaübungen und dem Studium der Philosophie. Bereits 1997 wurde seine CD Eternal Dance beim Label MCD World Music veröffentlicht. Die CD Eternal Dance II aus dem darauffolgenden Jahr (1998) ist gleichsam ein Tondokument zu den Anfängen des s.g. Asian Underground, der in 1997 mit der CD-Veröffentlichung von Talvin SinghAnokha – Soundz of the Asian Underground” den  eigentlichen Grundstein für die indisch elektronische Musik legte.

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Sendehinweis: Die nächste Sendung Indian E-music… gibt’s am 1. Dienstag, den 4. Mai – um 21:00 Uhr auf Tide 96.0.

Wer sich für die indisch klassische Musik interessiert, jeden 3. Dienstag im Monat, gleiche Zeit. Also nächster Sendetermin für IMC – India meets Classic am 20. April 2010 (s. Internet-Stream).

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