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Indian E-music – The right mix of Indian Vibes… » Ethno oder Was ?


Ethno oder Was ?

Delivered... IE-mAdmin | IEm News | Wed 5 May 2010 8:23 pm
see English translation here.

Author: ElJay Arem

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ElJay Arem im Mai auf Sendung…

(IE-m/HH -05052010) –  Die zurückliegenden Themen seit Sendestart im Januar wie “indisch elektronische Musik auf dem  europäischen Kontinent”, “Frauen in der indisch elektronischen Musik” oder “die ersten 10 Jahre der indisch elektronischen Musik” haben uns einen Höreindruck seit den Anfängen in 1996/1997 mit Einblick in die Weiterentwicklung des Asian Underground gegeben. Ich möchte heute mit einem Zeitsprung die aktuellen Tendenzen in der indisch elektronischen Musik aufspüren und dafür jüngste Veröffentlichungen aus dem Jahre 2009 und 2010 vorstellen. Dabei haben wir frisch auf dem Tisch echtes Vinyl, das vor zwei Tagen, am 2. Mai das Licht der Welt erblickt hat.

Ein Begriff wird uns heute ständig begleiten: Dubstep. Mit Dub music wird ein Genre der elektronischen Tanzmusik bezeichnet, das von Basslinien und Drum Patterns dominiert ist und sich 2001 aus der Londoner Szene entwickelte. Funkig wird’s dabei mit s.g. Breakbeats, mit denen ein DubTrack eine sehr dunkle Klangcolour erhält. Der Dub hat sich innerhalb kürzester Zeit – von einer Garagenmusik bis in etwa 2005 – eine echte Fangemeinde erobern können. Musiklabels, legale Filesharing-Plattformen wie Barefiles.com oder Internetradios – allen voran SubFM und DubstepFM – haben dazu beigetragen, dass sich Dubsteb in 2009 weltweit etablierte.

Die Art-Workers der indisch-elektronischen Musik haben damit keinerlei Berührungsängste. Es ist erstaunlich, wie schnell man im Sampling und Mixen die Klangstrukturen des DUB assimiliiert hat und man dabei ist, mit Ethno-Techno (s.u.) vielleicht gar ein neues Sub-Genre zu schafffen.

Asian Underground…

Ein Mann der ersten Stunde des Asian Underground war Osmani Soundz, bereits 1988 machte er als DJ das Londoner East-End in einem Musikerkollektiv unsicher. Seine Komposition Spiritual Masterkey aus dem Jahre 1996 fand auf dem wegweisenden Album Anokha-Soundz of the Asian Underground Platz. Es wurde als Compilation von Talvin Singh, Mitbegründer der indisch-elektronischen Musik in 1997 veröffentlicht. Bereits in dieser frühen Aufnahme von Osmani SoundZ ist deutlich der Dub-Charakter herauszuhören. Seine Klangarbeit entwickelte sich in den Jahren in Richtung Dub weiter, deutlich zu hören auf dem Compilationalbum “Nasha V3“, das Osmani in 2009 veröffentlichte, zusammen mit dem DJ Gese-e (gespr.: Guess-e), Gründer des Labels Nasha Records.

The Nasha Experience…

Auch das Musikerkollektiv The Nasha Experience (mit Osmani Soundz und im Weiteren Sukh Knight, Shandy und DJ Sqarewave) wird von Guess-e’s Label betreut. Ihr neuer Track “Greasy Spoon” wurde am 2. Mai 2010 auf einer 12er Vinyl veröffentlicht. Mit “The Nasha Eperience – V005” gehts für den Dub sehr typisch, ziemlich düster zu. – It’s dirty.

Nicht nur The Nasha Experience ist mit seiner jüngesten Veröffentlichung schwer dublastig, auch der Klangkünstler DJ dimmSummer hat sich im letzten Jahr nach seinem ersten Compilationalbum “Ethnotechno.com vol. 1” unter dem bezeichnendend Titel Revolution Rising schnell wieder in’s Studio begeben. Nu Asian SoundZ wurde im Januar 2010 unter dimmSummer’s Label ethnotechno.com veröffentlicht.

Lässt der Labelname EthnoTechno.com vermuten, dass wir hier bereits wieder auf neuen Soundpfaden unterwegs sind ? Ethno ist von dimmSummer zunächst der Versuch einer globalen Zentrierung. Unter Ethno sublimieren sich eine Vielzahl von Künstlern des Asien Underground, die global verstreut, die Szene bestimmen: Karsh Kale (Tabla), Vishal Vaid (Ghazal), DJ Cheb i Sabbah, Asian Dub Foundation, Transglobal Underground, State of Bengal, Niraj Chag, Midival Punditz, Goonda, Nucleya (früheres Mitglied von andish Projekt), Genetic Drugs and Rohan.

Die Frage, was Ethnotechno ist oder sein könnte, hat sich erst kürzlich Tony Naylor gestellt; er ist freier Journalist für die britische Tageszeitung The Guardian. Um es kurz zu machen. Tony kommt in seinem Artikel vom 2. Januar diesen Jahres zu dem Ergebnis, dass das Aufgreifen von Klangelementen aus dem Genre der Weltmusik nicht mehr sei als eine andere Form des kulturellen Kolonialismus. Afrikanische, arabische Stilelemente oder Latinmusik, die man in der Techno-Musik immer häufiger findet, werden ohne einer wirklichen Bereitschaft von anderen Kulturen zu lernen, aufgegriffen. Dem ist wohl nichts weiter hinzuzufügen. Das Format Indian E-music ist ja vor dem Hintergrund entstanden, dass nun seit mehr als vier (4) Jahren monatliche Sendungen zur indisch-klassischen Musik produziert werden. Und die indisch-klassische Musik das substantielle Rückgrat auch des Asian Underground ist. So wollen wir es auch in Zukunft halten, in dem Bemühen um ein grundlegendes Verständnis für das, was wir hören, und für das warum es so klingt, wie es klingt.

Der Musiker und Komponist Anuj Rastogi, selbst erst in 2007 mit Omnesia sein Debutalbum veröffentlicht und für seine melodische Sensibilität geschätzt, wendet sich auf “Nu Asian SoundZ” mit dem Titel Rogue Justice schweren Dub-Beats und einem kantigen Sound zu… von Anuj wird die Sängerin Falitta Chhabra ge-featured.

Engine-EarZ Experiment…

Auf halber Strecke zwischen Bristol und London liegt Reading. Dort tüfftelt ein Trio an dem z.Z. wohl progressivsten Sound, den wir in der indisch-elektronischen Musik aktuell zu Gehör bekommen können.

Unter der Formation Engine-EarZ Experiment scharen sich um den Kopf Prashant Mistry an den Synthesizern und Sequencern der Tablaspieler und Perkussionist Chiranjiv Kainth, und der Gitarrist Paul Hemani.
In ihrer biographische Identität definieren sich Prashant Mistry und seine Mitstreiter auf ihrer Facebook Page als revolutionär, spirituell und “rank-faced” Tanzmusik.

Engine-EarZ Experment wurde im Februar 2010 für den “Best Alternative Act” des Asian Music Award vorgeschlagen.

Bandish Projekt, Beatboxen und Klarinette…

Die jüngsten Veröffentlichungen von sehr progressiven Musikern wie Prashant Mistry aus der Formation Engine-EarZ Experiment, DJ dimmSummer unter seinem eigenen Label EthnoTechno.com oder Osmani Soundz in dem Musikerkollektiv “The Nasha Experience” werden von Künstlern bereichert, die noch ganz andere Stilelemente einbringen.

Natan Flutebox Lee, Flötist indisch-irischer Herkunft, ist wesentlich vom Hip-Hop und Punk geprägt. Das Beatboxing und Hiphoppen auf der Querflöte ist eine neue von Natan Flutebox Lee selbst kreiierte Spieltechnik.

Der british-indische Arun Ghosh auf der Klarinette im typischen Klangbild der Klezmermusik kommt aus dem IndoJazz. Zu ihm und zu Nathan gesellt sich der in Mumbai ansässige Komponist und Musikinstrumentalist Mayur Narvekar, bekannt als “Bandish Projekt“. Bandish ist ein Begriff der indisch klassischen Musik und bedeutet soviel wie Komposition. Ungewöhnlich, denn die nordindische Klassik, die Ragamusik ist zu 90% Improvisationsmusik.

Alle drei Musiker, Natan Flutebox Lee, Arun Ghosh und Mayur Narvekar bringen eine Ausbildung in der klassischen bzw. indisch-klassischen Musik mit.

Der Mitschnitt einer Live-Session, die im April 2009 bei der BBC in London stattfand und der gemeinsame Auftritt am 10./11. April 2010 beim Alcemy Festival in London (South Bank Centre, Queen Elizabeth Hall) beeindrucken mit hohen Dynamik und klanglichen Vielschichtigkeit, die von der indisch klassischen Musik bis zum echten Dub reicht.

Wir dürfen hoffen, dass sich aus diesen interessanten Formationen in Bälde konkrete CD-Produktionen ergeben.

Secret Archives of the Vatican – Transglobal Breakbeat Dub Science

Hinter dem geheimnisumwitternden Namen Secret Archives of the Vatican verbirgt sich ein kleines Musikerkollektiv aus dem Süden Londons, aus Croydon. In 1998 mit ihrer Erstveröffentlichung Reformation auf sich aufmerksam gemacht, definiert sich “Secret Archives of the Vatican” selbst als “Wissenschaft des transglobalen Breakbeat Dub” (transglobal breakbeat dub science).

Diese Clusterung klingt sehr vielversprechend und dürfte am Ehesten dem Begriff Ethno zugeordnet werden können. Arabische und indische Klangfarben und Funkrhythmen sind wesentlicher Bestandteil dieses “Orientalist Dub”. Das englische Label BrokenDrumRecords veröffentlichte vor zwei Tagen die goldene EP “The Glidepath“. Ein Album mit fünf Stücken, das man kostenlos hier downloaden kann.
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Die nächste Sendung Indian E-music… gibt’s dann wieder am 1. Dienstag, den 1. Juni – um 21:00 Uhr auf Tide 96.0 und via Internet.

… und wer sich für die indisch klassische Musik interessiert, jeden 3. Dienstag im Monat, gleiche Zeit. Also nächster Sendetermin für IMC – India meets Classic dann am 18. Mai um 21:00 Uhr auf Tide 96.0 (und via Internet).

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